Gegen zwei Uhr nachts läuft der entscheidungstreffende Teil deines Gehirns auf Reserve, während der emotionale Teil noch voll wach ist. Deshalb kommt eine Nachricht, die zu dieser Stunde geschrieben wird, schärfer und weit endgültiger heraus als die, die du bei Tageslicht schreiben würdest.
Es ist kein Willenskraftproblem, es ist Biologie. Schlafmangel schwächt die Impulskontrolle und lässt Kleinigkeiten wie Notfälle wirken. Was sich im Moment wahr anfühlt, ist oft nur die Erschöpfung, die spricht.
Eine einfache Regel hilft: schreiben, aber nicht senden, als Entwurf liegen lassen. Sie am Morgen noch einmal zu lesen bedeutet meist, sie stark abzumildern oder gar nicht zu senden. Manchmal füllt ein Lied oder ein paar ruhige Minuten diese Lücke genauso gut.
